Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.

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Aktuelles

Wir trauern um unser Vereinsmitglied Dr. Klaus Lübke

Vor wenigen Tagen erreichte uns die Nachricht vom Tode unseres Vereinsmitgliedes Dr. Klaus Lübke.

Als ehemaliger Vorsitzender des IKZ-Vereins möchte ich unserem langjährigen Weggefährten im Verein und meinem "Vorleser" für die geplante große Publikation über das Lichterfelder KZ-Lager einen etwas persönlich gehaltenen Nachruf widmen.

Klaus Lübke war das entscheidende Mitglied, das uns durch seinen Beitritt zur Anerkennung und Registrierung in das Vereinsregister verhalf. Stets brachte er sich in die Angelegenheiten der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V. konstruktiv und sachlich ein. Seine liebe Frau Ortrud war der Motor des Familienduos in unserem Verein.

Im Laufe unserer nunmehr 18jährigen Vereinsgeschichte musste die Erstausgabe der Broschüre des KZ-Außenlagers Lichterfelde, bedingt auch durch neue Quellenfunde, überarbeitet werden. Familie Lübke bot uns neben Ihrem Engagement dafür die notwendige materielle Unterstützung (sie finanzierten den Druck der Broschüre) und die häusliche Basis durch ständige Gastgeberschaft an. Das Ergebnis ist die Broschüre in der heutigen Form.

Mitten in dem fruchtbaren Dialog, den wir - Klaus Lübke und ich - seit etwa 2 Jahren zu dem inhaltlichen Aussagen der größeren Publikation geführt haben, riss mir der Tod meinen "Vorleser" wenige Tage vor Vollendung des Manuskriptes, von der Seite. Ich habe einen engagierten Berater und Freund verloren. Unsere Vereinsmitglieder trauern mit der Familie.

Klaus Leutner


Mitgliederversammlung und Neuwahl des Vorstandes

Die Vorsitzenden: Annette Pohlke, Klaus Leutner, Thomas Schleissing-Niggemann (Foto: A Leutner)

Am 18. Januar legte der Vorstand Rechenschaft über das vergangene Jahr ab. Dazu gehörte der Bericht über die Tätigkeiten des Vereins im vergangenen Jahr und der Kassenbericht. Anschließend wurde der Vorstand neu gewählt. Die bisherige Vorsitzende, Annette Pohlke, kandidierte für das Amt der Stellvertretenden Vorsitzenden, währen der bisheruge Stellvertretende Vorsitzende, Thomas Schlissing-Niggemann, sich um das Amt des Vorsitzenden bewarb. Insofern wurde der bisherige Vorstand in seiner personellen Zusammensetzung bestätigt, die Aufgabenverteilung hat sich allerdings geändert. Der Vorstand besteht nun aus Thomas Schleissing-Niggemann (Vorsitezender), Annette Pohlke (Stellvertretende Vorsitzende), Alina Leutner (Schatzmeisterin), Klaus Leutner (Beisitzer) und Lara Gregl (Schriftführerin).

Annette Pohlke


Verleihung des Verdienstordens der Republik Polen an Klaus Leutner.

Unser ehemaliger Vorsitzender, Klaus Leutner, ist am 25.11.17 in einer Feierstunde in der polnischen Botschaft zu Berlin mit dem Kavalierkreuz des Verdienstordens der Republik Polen ausgezeichnet worden.

Konkreter Anlass für diese Auszeichnung war die Organisation einer Gedenkveranstaltung für ermordete polnische Priester in Altglienicke. Er hatte die Namen der dort Begrabenen recherchiert und dann Kontakt mit den Nachkommen aufgenommen und ihnen so die Möglichkeit einer konkreten Erinnerung vermittelt.

Für eine aktive Erinnerungskultur war und ist Klaus Leutner auch für die Initiative Kz-Außenlager Lichterfelde e.V. tätig. Sein Ziel ist es, zu erinnern, forschen, hören und neue Menschen und neue Generationen für die Zeit des Nationalsozialismus in der eigenen Nachbarschaft zu interessieren.

Dies ist ihm nicht nur in diesem Falle gelungen.

An der Verleihung nahmen viele Menschen teil, die Klaus mit seiner Arbeit berührt hat: Die Nachkommen des ermordeten Priesters, der Bürgermeister und Geistliche aus Glowno, Schüler, Lehrer und Schulleiter aus Lichtenberg und Glowno, deren Austausch auf Leutners Initiative zurückgeht. Sie alle haben sich den ehrenden Worten des Botschafters mit eigenen Beiträgen angeschlossen.

Während seine Frau Alina ihm einige polnische Dankesworte übersetzte, standen dem tief bewegten Klaus Leutner Tränen der Rührung in den Augen.

Das anschließende Buffet war köstlich!

Wir sind dankbar für sein unermüdliches Tun und auch dafür, dass wir an der Feierstunde in der polnischen Botschaft teilnehmen durften.

Thomas Schleissing-Niggemann

Einladung zur Rudi-Wunderlich-Gedenkfahrt

Als Rudi Wunderlich, Häftling im KZ-Außenlager Lichterfelde, den Auftrag bekam, die Wohnung eines SS-Mannes im Wirtschaftverwaltungshauptamt zu renovieren, sollte sich das als großer Glücksfall für ihn erweisen. In der Wohnung konnte er in unbeobachteten Momenten das Telefon benutzen und so seine Flucht vorbereiten. Am 10. Juni 1944 war es so weit. Er tauschte seine Häftlingskleidung gegen die Zivilkleidung, die seine Verlobte ihm besorgt hatte, "lieh" sich das Fahrrad des SS-Mannes und machte sich auf den Weg in die Freiheit. Er radelte vom Wirtschaftsverwaltungshauptamt in Steglitz nach Prenzlauer Berg, wo eine Helferin ihn versteckte.

Mit einer Gedenkfahrt am 10. Juni wollen wir an die Flucht von Rudi Wunderlich und damit stellvertretend an das Schicksal aller KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus erinnern. An ausgewählten Stationen wird dabei aus den Erinnerungen von Rudi Wunderlich vorgelesen.

Teilnehmer der Gedenkfahrt treffen sich mit dem Fahrrad am 10. Juni um 10 Uhr am ehemaligen Wirtschaftverwaltungshauptamt, Unter den Eichen 126 - 135. Das Ende der Veranstaltung wird gegen 12 Uhr in der Schliemannstraße 9 sein. Um die Planung zu erleichtern wird um Anmeldung bei Herrn Schleissing-Niggemann unter stellvertreter@Ikz-Lichterfelde.de gebeten.

Einladung zum 8. Mai 2017

Zum 8. Mai 2017 lädt die Inititiative KZ-Außenlager LIchterfelde e.V. wieder zu einer Gedenkfeier ein. Wie immer werden Schülerinnen und Schüler der Fichtenberg-, Beethoven- und Louise-Schröder-Schule mitwirken. Als Redner erwarten wir den Schirmherrn der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V., den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Herrn Ralf Wieland, und Frau Irmehla Mensah-Schramm, die seit vielen Jahren Hass-Schmierereien im öffentlichen Raum dokumentiert und beseitigt.

Nach der Feier besteht die Möglichkeit, im Gemeindehaus der Gemeinde Petrus-Giesensdorf (Ostpreußendamm 64, 12207 Berlin) an einem geselligen Beisammensein teilzunehmen und sich dabei auch über die Arbeit der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V. zu informieren.

Gedenkfeier an der "Säule der Gefangenen"
8. Mai 2017
11.00 Uhr
Wismarer Str. 26-36
12207 Berlin

Abschied von Peter Joseph Snep

Am 2. September ist unser langjähriger Freund Joop Snep verstorben. Er wäre diesen Monat 95 Jahre alt geworden. Wir sind dankbar, dass er so lange bei uns sein durfte und häufiger unser Gast war als jeder andere Häftling aus Lichterfelde.

Peter Joseph Snep wurde am 24.9.1921 in Bonn geboren. 1930 zog die Familie nach Amsterdam. Der Vater war dort Reiseleiter eines Busunternehmens. Diese Tätigkeit machte es ihm möglich, Menschen mit jüdischer Herkunft zur Flucht zunächst aus Deutschland und später auch aus den Niederlanden in die Schweiz zu ermöglichen. Joop half seinem Vater dabei und beide wurden gemeinsam verhaftet und inhaftiert. Seit Oktober 1942 waren beide im KZ Sachsenhausen, wo Joop Snep im Schuhprüferkommando eingesetzt wurde. Die Häftlinge mussten den ganzen Tag lang auf einer Teststrecke laufen, auf der im Auftrag der Wehrmacht Schuhwerk und seine Auswirkungen getestet wurde. Dass er diese Tortur überstand, hat Joop immer mit seiner sportlichen Konstitution und Betätigung erklärt. Als für das Außenlager Lichterfelde Häftlinge mit Handwerksberuf gesucht wurden, meldeten sich die beiden Tischler und wurden dorthin verlegt. Im Mai 1943 wurden Vater und Sohn mit der Aufforderung entlassen, sich in Amsterdam beim Arbeitsamt zu melden. Joop ging nach Amsterdam nach Hause, aber statt für die Deutschen zu arbeiten tauchte er unter und versteckte sich bis Kriegsende in der Prinsengracht.

Seit wir zum ersten Mal Überlebende nach Lichterfelde eingeladen haben, war Peter Joseph Snep unser gern gesehener Gast. Kein Jahr hat er versäumt. Als er dieses Jahr nicht mehr persönlich anreisen konnte, schickte er ein Grußwort. Wir durften seine Kinder und Enkel kennen lernen, die ebenso herzlich waren wir er. Bei ihnen und seiner ganzen Famile sind jetzt unsere Gedanken und unser Mitgefühl. Wir hoffen, dass der gute Kontakt zu seiner Familie bestehen bleibt und sie sich dadurch getröstet fühlt, dass wir ihren Vater und Großvater in herzlicher Erinnerung behalten werden.

Für die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde e.V.

Annette Pohlke



Die aktuelle Ausgabe unserer Broschüre, die über die Geschichte des Lagers und über die Arbeit des Vereins informiert, gibt es nun auch als eBook. Sie kann im PDF-Format über den Beam eBook-Shop bezogen werden. Die Broschüre ist kostenlos, über eine Spende freuen wir uns aber immer.